WAZ: Fragwürdiger Bio-Sprit
– Kommentar von Daniel Freudenreich

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Für den „Biokraftstoff“ E10 gibt es ein gutes
Argument: Durch das beigemischte Ethanol werden wir weniger abhängig
vom Erdöl. Das war es dann auch. Der ökologische Nutzen von E10 ist
höchst fraglich. Hinzu kommt: Für den Anbau von Energiepflanzen
braucht man riesige Ackerflächen. Bei uns mag dies unproblematisch
sein, weil diese Flächen Grünland verdrängen und „nur“ auf Kosten des
Naturschutzes gehen. Die fatalen Folgen sieht man in Asien, wo es
riesige Palmöl-Plantagen gibt. Menschenrechts-Organisationen
berichten von der Vertreibung der Ureinwohner und Bauern, damit
Investoren Flächen gewinnen. In den Entwicklungsländern verdrängen
Pflanzen zur Treibstoffgewinnung den Anbau von Nahrungsmitteln. Das
macht Lebensmittel teurer und für die Menschen vor Ort
unerschwinglich. Voller Tank bei uns, leere Teller in armen Ländern –
dazu darf unser Energiehunger nicht führen. Auch deshalb ist der
Einsatz von E10 unvernünftig. Die Förderung von spritsparenden Autos
ist sinnvoller. Das macht uns unabhängiger vom Öl – ohne die
Nahrungsmittelsituation in anderen Ländern zu verschärfen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
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