WAZ: Gefängnis ohne Drogen illusorisch – Kommentar von Wilfried Goebels

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Der drogenfreie Knast ist eine Illusion. Wenn sich
die Zahl der süchtigen Gefangenen in den letzten 15 Jahren aber
verfünffacht hat, muss dem Phänomen der Drogensucht in Haftanstalten
ein größeres Gewicht beigemessen werden. Neben repressiven Maßnahmen
wie schärferen Kontrollen oder der Streichung von Hafterleichterungen
müssen Ausstiegsprogramme aus der Sucht deutlich verstärkt und
Arbeitsangebote erweitert werden. Auf keinen Fall aber darf der Staat
rechtsfreie Räume hinnehmen, in denen straff organisierte Banden
einen schwunghaften Drogenhandel im Knast abwickeln und bislang
drogenfreie Häftlinge erst hinter den Mauern süchtig machen.
Warnungen von Inhaftierten, dass es drinnen längst mehr Drogen gibt
als draußen, sind ein Armutszeugnis für die Justiz. Es reicht nicht
aus, wenn vier Drogenspürhunde einige Male pro Jahr in
NRW-Haftanstalten schnüffeln. Zusätzliche Hundeführer in den 37
Gefängnissen des Landes könnten erheblich zur Begrenzung des Handels
beitragen – höhere Kosten würden sich schnell rechnen. Hier muss der
Justizminister energischer vorangehen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
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