WAZ: Großer Coup, wenig Besserung – Kommentar von Dietmar Seher zum Essener Drogenfund

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Nein, der Super-Coup der Fahnder im Ruhrgebiet ist
keine Trendwende. Weder taugt er zur Alarmzeile „Immer mehr Heroin“
noch zur Entwarnung, weil die Sicherstellung dem illegalen Handel 330
Kilogramm entzogen hat. Es ist viel schlimmer. Es hat sich eben
nichts verändert. Die respektable Sicherstellung beweist: Der Handel
mit dem veredelten Schlafmohn blüht. Ermittlungserfolge sind oft dem
Zufall geschuldet, gekoppelt mit guter und durchaus zunehmend
internationaler Fahndungsarbeit.

Wir dürfen an dieser Stelle nachfragen, wieso die Welt die Chance
der zehn Jahre langen Afghanistan-Intervention nicht nutzte, das Übel
mit der Wurzel auszurotten und den vom Mohnanbau abhängigen Bauern
einen Ersatz zu verschaffen. Denn Afghanistan ist, neben
Lateinamerika, Hauptherkunftsland der Grundsubstanz von Heroin für
den europäischen Schwarzmarkt. Es ist wahrscheinlich, dass auch der
Essener Fund den Weg über die berüchtigte Balkanroute genommen hat.
Wir werden wohl leider keine Antwort bekommen. Trotz der Drogentoten
– und trotz der kriegstreibenden Wirkung des Heroins, das ja auch den
Terror mitfinanziert.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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