WAZ: Helden fürchten nun um ihr Leben – Kommentar von Lutz Heuken zur Terrorfahndung

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Die Kanzlerin hat sie gelobt, Leipzigs
Oberbürgermeister hat sich bedankt: Die drei Syrer, die den
mutmaßlichen Terroristen Dschaber al-Bakr in Leipzig gefangen,
gefesselt und der Polizei übergeben haben, sind augenscheinlich
Helden.

Eigentlich müsste man die Zivilcourage der drei Männer nun groß
feiern. Die Kanzlerin, der Bundespräsident oder der sächsische
Ministerpräsident müssten sie öffentlich belobigen, ihnen Orden
umhängen und sie den Mitbürgern als leuchtendes Beispiel für
gelungene Integration präsentieren.

Wahrscheinlich aber wird all das nicht stattfinden. Die drei
arabischen „Helden“ sind erst einmal untergetaucht. Sie haben die
begründete Furcht, dass sie selbst und ihre Familien in Syrien als
„Verräter“ auf der Todesliste der IS-Terroristen auftauchen. Auf der
anderen Seite ist der Drang deutscher Politiker, sich mit syrischen
Flüchtlingen ablichten zu lassen, zurzeit offenbar gering.

Die rechte Hetze, die Flüchtlingen vor allem in Ostdeutschland
entgegenschlägt, zeigt böse Wirkung. Den zaudernden Politikern möchte
man die Zivilcourage der drei Syrer wünschen – und den Fremdenfeinden
einen Moment der Nachdenklichkeit.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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