WAZ: In Integration investieren. Kommentar von Julia Emmrichüber Flüchtlingskinder

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Die Schulen an Rhein und Ruhr kennen das schon: Seit
die Sommerferien zu Ende sind, versuchen Lehrerinnen und Lehrer aufs
Neue, die dramatisch wachsende Zahl der Flüchtlingskinder mit
Sonderklassen und Extra-Unterricht fit zu machen für den Schulalltag.
Hinter den Zahlen verbirgt sich die größte Herausforderung für das
Land: Wird es gelingen, den Menschen, die in diesen Tagen zu
Zehntausenden nach Deutschland flüchten, nicht nur aufzunehmen,
sondern anzunehmen? Die Lage ist simpel: Wenn die Integration dieser
neuen Flüchtlingsgeneration genauso halbherzig läuft wie bei den viel
zu lange zu Gastarbeitern degradierten Zuwanderern aus der Türkei,
dann hat das Land ein Problem. Und wenn Integration nicht einmal bei
den Jüngsten funktioniert, dann wird das Problem mit der Zeit noch
größer. Ein syrisches Kind dagegen, das schon in der Kita Deutsch
gelernt hat, das sich willkommen fühlt, kann vom ersten Schultag an
selbstbewusst seinen Weg machen. Doch die meisten Kommunen sind
klamm. Höhere Gehälter für Kita-Mitarbeiter? Sanierung der Schulen?
Geht schon jetzt alles kaum. Bund und Länder müssen sich deswegen
zügig auf ein Sonderprogramm für Kitas und Schulen einigen – und den
Finanzminister beim Wort nehmen: Am Geld werde es nicht scheitern,
sagt Wolfgang Schäuble. Worauf also warten? Jeder Euro wäre gut
angelegt – in den Köpfen der Kinder.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
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