WAZ: Ist der Ruf erst ruiniert… Kommentar von Matthias Korfmann zur Imagekampagne

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Braucht das Ruhrgebiet eine neue Imagekampagne? Nun
ja, es braucht natürlich erstmal Wichtigeres: Geld aus Brüssel, von
Bund und Land für bessere Straßen und menschenwürdige
Flüchtlingsbetreuung. Auch Hilfe zur Entschuldung und überhaupt mehr
Freunde in der Großen Koalition. Ein Werbefeldzug löst keine großen
Probleme. Andererseits: Er schadet auch nicht, bestenfalls nützt er
sogar. Bei den anderen können wir uns wohl nichts abgucken. Das
Revier ist so arm wie Berlin, aber leider nicht ganz so sexy.
Jedenfalls noch nicht. Wir können – wie Baden-Württemberg –
eigentlich auch alles, sogar ein bisschen Hochdeutsch. Aber irgendwie
kommen wir nicht zu Potte. Ein Slogan will gut überlegt sein.
Düsseldorf neigt zum Beispiel dazu, Worte nicht abzuwägen. Der alte
Oberbürgermeister wollte im Revier „nicht tot überm Zaun hängen“ und
deklarierte seine Stadt als „schuldenfreien Sektor“, der neue ließ im
Umland hässliche Plakate zu: „Das Leben ist zu kurz, um langweilig
shoppen zu gehen! Düsseldorf“. Vor solcher Überheblichkeit ist das
Ruhrgebiet gefeit. Wir sind anders. Wir sind wir. Aber wie sagt man
das?

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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