WAZ: Juristen im Scheinwerferlicht – Kommentar von Stefan Wette zu Kameras vor Gericht

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Eigentlich ist der Streit um Kameras im Gerichtssaal
eine Scheindebatte. Denn an die Ausstrahlung eines Gerichtsfernsehens
wie in den USA denkt in Deutschland kaum jemand, vor allem nicht die
Richter.

Und so wird an Formulierungen gefeilt, mit welchen Einschränkungen
die Medienpräsenz der Gerichte möglich sein soll.
Bundesjustizminister Heiko Maas machte es auf dem Juristentag
deutlich. Die Justiz will sich mit ihren obersten Gerichten selbst
ins Scheinwerferlicht stellen, will für sich selbst werben.

Hintergrund ist die Unzufriedenheit von Gerichten und Politik mit
manchen Beispielen von Gerichtsberichterstattung. Da fühlt die Justiz
sich falsch verstanden und versucht, sich selbst im Original den
Bürgern nah zu bringen. Aber Vorsicht: Große Einschaltquoten und
tieferes Verständnis der Bürger für mehrstündige juristische
Gedankengänge sind nicht zu erwarten.

Sinnvoller ist es, bei Verlagen und Sendern für qualitätsvollere
Berichte zu werben. Und sich Gedanken darüber zu machen, wie man „das
Internet“ auch bei diesem Thema von populistischen und falschen
Beiträgen abbringt.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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