WAZ: Kampf den Klischees. Kommentar von Tobias Blasius zur Image-Kampagne

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Zu den Wesenszügen der meisten Menschen im Revier
gehört Gelassenheit. Muss man also überhaupt davon Notiz nehmen, dass
sich die Industrie- und Handelskammer Lippe in ihrer Imagekampagne
„am A…der Welt“ wähnt, aber immer noch über das Ruhrgebiet zu
erheben glaubt? Was kümmert es schon die weit verwurzelte ökonomische
und politische Eiche „Metropole Ruhr“, wenn sich eine Wildsau aus
Detmold an ihr reibt? Dennoch ist es verständlich, dass mancher
Abgeordnete oder Unternehmer die klischeehaften Kohlenpott-Kalauer
allmählich leid ist. Unwidersprochene Behauptungen gerinnen
irgendwann zur Wahrheit, aus Spaß wird im Wettbewerb der Regionen
schnell Ernst. Wirtschaftsförderer und Personalchefs der Region
wissen nur zu gut, wie wichtig die „weichen“ Standortfaktoren
geworden sind. Das Schlechtreden hat ökonomische Folgen. Der Letzte,
dem Arroganz gegenüber dem Ruhrgebiet schlecht bekommen ist, war der
abgewählte Düsseldorfer Oberbürgermeister Elbers. Er wollte hier
„nicht tot überm Zaun hängen“, lebt dafür heute politisch erledigt in
Düsseldorf-Vennhausen. Ein mahnendes Beispiel.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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