WAZ: Keine gute Wahlwerbung – Kommentar von Stephanie Weltmann zur Sozialwahl

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Die Sozialwahl findet alle sechs Jahre statt. Im
gleichen Rhythmus beobachtet man, wie sich selbst einigermaßen
informierte Arbeitnehmer am Kopf kratzen: Sozialwahl? Was war das
noch gleich?

Im Kern ist die Sozialwahl eine urdemokratische Einrichtung.
Versicherte und Rentner bestimmen Vertreter, die für ihre Interessen
bei den Renten-, Unfall- und Krankenkassen eintreten. Das können
Gewerkschaften oder kirchliche Gruppen sein. Diese Repräsentanten
sitzen mit Arbeitgebervertretern am Tisch, entscheiden etwa über
Beitragssätze.

So weit, so wichtig. Warum ist die Sozialwahl also so unbekannt?
Zunächst lässt gar nicht jede Sozialversicherung auch tatsächlich
wählen: Nur acht von etwa 100 Kassen und Rentenversicherern rufen zur
Stimmabgabe auf. Die kleineren Ortskassen setzen auf eine
„Friedenswahl“: Arbeitgeber und Gewerkschaften einigen sich selbst,
wer die Versicherten vertreten soll – abgestimmt wird nicht.

Und selbst die gewählten Kontrollgremien arbeiten alles andere als
öffentlichkeitswirksam. Zu wenig stellen sie heraus, wie sie denn nun
sechs Jahre lang für die Versicherten gekämpft haben. Gute
Wahlwerbung sieht anders aus.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
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