WAZ: Keiner vertraut den Streithanseln. Kommentar von Miguel Sanches

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Man kann Bernd Lucke als den Vater der AfD
bezeichnen, die auf dem Gipfel der Euro-Krise mehr als eine Partei
war: Eine Gegenbewegung zur etablierten Euro-Politik. Nun droht ein
Prozess, der den Historikern aus der französischen Revolution bekannt
ist. Die Revolution frisst ihre Kinder – die AfD zersägt sich selbst.
Darauf läuft es hinaus, so unversöhnlich wie es zugeht. Die
Abspaltung, die Lucke mit seiner „Weckruf 2015“-Aktion nicht anpeilt,
aber in Kauf nimmt, wirkt auf Wähler abstoßend. Wer hat Vertrauen zu
Streithanseln? Es gibt für solche Entwicklungen meist viele und immer
mehr als einen Schuldigen. Aber es ist offensichtlich, dass Lucke die
AfD nicht zusammengehalten hat. Denn ihm fehlt es an
Integrationskraft und an politischer Fantasie. Natürlich trägt die
Euro-Skepsis nicht auf Dauer. Eine Partei muss sich breit aufstellen.
Die beste Zeit als Alternative für bürgerliche Wähler hat die AfD
hinter sich; jetzt, wo die FDP Tritt fasst. Der AfD fehlt eine
Streitkultur.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
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