WAZ: Kindheit in zwei Klassen – Kommentar von Julia Emmrich zu Alleinerziehenden

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Was sind 150 Euro im Jahresbudget einer
alleinerziehenden Mutter? Drei Paar neue Kinderschuhe zum Beispiel.
Oder die Basis-Ausstattung für den ersten Schultag, oder fünfmal Geld
für den Babysitter. Rund 150 Euro mehr im Portemonnaie einer
Durchschnittsverdienerin – das ist das Steuergeschenk, das Union und
SPD den Alleinerziehenden machen wollen.

Die Anhebung des Freibetrags für Alleinerziehende ist seit Jahren
überfällig. Mit der Aufstockung auf 1908 Euro werden
Durchschnittsverdienerinnen jetzt leicht entlastet. Der
Steuervorteil, den viele Paare durch das Ehegattensplitting haben,
ist aber nach wie vor ungleich größer.

Hinzu kommt: Die rund 400.000 Alleinerziehenden, die mit ihren
Kindern von Hartz IV leben, gehen komplett leer aus – sie profitieren
weder von höherem Kindergeld noch von steigenden Freibeträgen. Es
gibt ein Wort dafür: Zwei-Klassen-Kindheit.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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