WAZ: Klinken in der Vertrauenskrise. Kommentar von Julia Emmrich zur Krankenhausreform

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Wer ins Krankenhaus geht, will gesund werden. Oder
zumindest weniger leiden als vorher. Er will weder die Klinikfinanzen
retten noch Dinge mit nach Hause nehmen, die er dort nicht haben
will: Klinikkeime etwa – vom harmlosen Fußpilz bis zum tödlichen
Erreger. Doch genau in diese Richtung steuert das System: Es ist
längst mehr als ein Verdacht, dass Patienten in einigen Fällen nur
deshalb operiert wurden, weil eine OP Geld in die Krankenhauskasse
spült. Und es ist erwiesen, dass die überlebenswichtige Hygiene zu
kurz kommt, wenn Pfleger und Ärzte unter höchstem Zeitdruck immer
mehr Patienten versorgen müssen. Die wirtschaftliche Krise, in der
viele Krankenhäuser stecken, wird schnell zu einer Vertrauenskrise.
Was tun? Die Kassen könnten die Beiträge erhöhen und mehr Geld in
Kliniken pumpen. Die Länder könnten mehr Steuergeld locker machen.
Dritte Möglichkeit: Gesundschrumpfen! Warum sollen fünf Krankenhäuser
an einem Ort alles von der Frühchen-Station bis zur Hüft-OP anbieten
– und im Zweifelsfall in keinem der Bereiche wirklich exzellent sein?
Es kann sich lohnen, einzelne, nicht ausgelastete Abteilungen oder
unrentable Häuser zu schließen und damit unnötige und kostenträchtige
Konkurrenzen zu beenden. Das tut mancher Klinik weh – kann am Ende
aber Vertrauen zurückholen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
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