WAZ: Lustreisen-Vorwürfe gegen Westspiel

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Die landeseigene Casino-Gesellschaft Westspiel soll
öffentliche Gelder bei „Lustreisen“ verschwendet haben. Nach
Informationen der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ,
Donnerstagausgabe) hat das NRW-Finanzministerium in einer noch
unveröffentlichten Antwort auf FDP-Anfrage im Landtag aufgelistet,
dass zwischen 2010 und 2015 knapp 100.000 Euro für Messe-Besuche
ausgegeben wurden.

Teilweise sind demnach über 20 Mitarbeiter nach London geflogen.
Teuerste Tour war 2015 ein achttägiger Besuch von sechs
Westspiel-Mitarbeitern bei der „Global Gaming Expo“ in Las Vegas, der
allein mit über 17.000 Euro zu Buche schlug. NRW-Finanzminister
Norbert Walter-Borjans (SPD) hat den Dokumenten zufolge Westspiel
aufgefordert, „Richtlinien für Messebesuche zu entwerfen, um
zukünftig über klare Regelungen zu verfügen“.

FDP-Fraktionsvize Ralf Witzel übte scharfe Kritik: „Die
öffentliche Geldverschwendung bei Westspiel erinnert an den Umgang
mit Spielgeld, dabei ist es letztlich das Geld des Steuerzahlers“,
sagte Witzel der „WAZ“. Der Finanzminister müsse „bei den Ausgaben
seines Staatsbetriebs endlich die Notbremse ziehen“.

2014 hatte die wirtschaftlich angeschlagene
Glücksspiel-Gesellschaft, die eine 100-prozentige Tochter der
NRW-Bank ist, mit dem Verkauf von zwei Werken des US-Künstlers Andy
Warhol bundesweit Proteste aus der Kulturszene hervorgerufen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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