WAZ: Mäusetod im Botox-Test. Kommentar von Dietmar Seher zu Tierversuchen

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Es gibt Entscheidungen im Schatten der großen
Politik, die die Gefühle der Bürger zutiefst aufwühlen. Das, was die
Menschen Tieren antun müssen und antun dürfen , gehört dazu. Nicht
umsonst schützt die Verfassung die Kreatur. Von daher: Tierversuche
waren immer umstritten. Aber über Jahrzehnte galten die oft
qualvollen Labortests als unersetzlich. Die Alternative war, Menschen
unerprobte Medikamente zu verabreichen. Was Schlamperei auf diesem
Gebiet für Folgen haben kann, das hat das Land Anfang der 60er-Jahre
im Fall Contergan zu spüren bekommen. Doch diese Zeiten sind vorbei.
Die USA nutzen schon neue, schonende Methoden. In Europa sind sie in
der Genehmigung. Die Bundesregierung deutet selbst an,
Arznei-Versuche mit menschlichen Zellen könnten sicherer sein als die
am Tier. Und jetzt sollen 90 000 Mäuse sterben, um Migränebehandlung,
vielleicht auch nur die Anti-Falten-Spritze ausreichend wirksam zu
machen? Die Entscheidung ist keine der Ideologie, sondern der
Vernunft. Wir erinnern an die Vorgaben des Grundgesetzes. Siehe oben.
Es muss jemand auf die Bremse treten.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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