WAZ: Mitschuld an der Franken-Falle – Kommentar von Tobias Blasius zu Städtekrediten

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Damit keine Missverständnisse aufkommen: Die
Franken-Falle haben sich die Kommunen an Rhein und Ruhr selbst
gestellt. Der Haushaltsnot gehorchend ließen sich Kämmerer und
Bürgermeister jahrelang von den niedrigen Zinsen in der Schweiz
locken und sind bei ihren Fremdwährungsgeschäften erhebliche Risiken
eingegangen.

Die unerwartete Franken-Aufwertung zu Jahresbeginn dürfte deshalb
vor allem die klammen Städte im Revier viele Millionen kosten. Doch
bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass hier keineswegs allein
risikofreudige Zocker in den Rathäusern Steuergeld aufs Spiel
setzten. Den Weg in die Schweiz ebnete nicht zuletzt die
untergegangene WestLB, ehemals ein staatliches Institut von Land und
Sparkassen. „Bürgermeisterseminare“ mit Tipps zum Franken-Kredit im
Schwarzgeldparadies – das ist nicht das, was man sich unter
öffentlich-rechtlicher Verantwortung vorstellt.

Allein die Stadt Essen, mit Krediten in Höhe von 450 Millionen
Franken heute landesweit am stärksten gebeutelt, unternahm 2002 ihre
allerersten Ausflüge in die Schweiz mit gleich sieben
WestLB-Krediten. Das war gewiss kein Zufall.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
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