WAZ: Müntefering lehnt Lockerung des Sterbehilfe-Strafrechts ab

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Der frühere SPD-Vorsitzende und Vizekanzler Franz
Müntefering lehnt ein Lockerung des Sterbehilfe-Strafrechts strikt
ab, sieht eine Befassung des Bundestags damit sehr kritisch und
fordert stattdessen den Ausbau der Alterspsychiatrie und der 450
Pflegestützpunkte in Deutschland.

In einem Gespräch mit der in Essen erscheinenden Westdeutschen
Allgemeinen Zeitung (WAZ, Donnerstagausgabe) ging Müntefering auf den
deutlich höheren Anteil Hochbetagter unter den Suizid-Fällen ein: Der
Anstieg dieser Fälle im Alter werfe „ein Licht auf die
Alterspsychiatrie in unserem Land. Sie ist schlecht. Sie bekommen als
80-Jähriger eher eine neue Hüfte als Hilfe für die Seele“.

Die aktuelle Debatte über die Sterbehilfe dürfe „nicht auf die
Hilfe zur Selbsttötung reduziert sein“. Wichtiger sei es zu
beantworten, ob die Gesellschaft ausreichend Pflegekräfte zur
Verfügung stelle und ob die Pflegeversicherungseinnahmen ausreichten.

„Ich selbst befürworte keine Lockerung des derzeitigen Rechts“,
sagte der frühere SPD-Chef. „Zu beschließen, für welche Menschen
welche Sterberegeln gelten sollen, für welche nicht? Das ist nicht
nur eine Zumutung für die Abgeordneten. Es ist keine Sache für den
Gesetzgeber“.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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