WAZ: Narrenfreiheit macht sprachlos – Kommentar von Tobias Blasius zur Affäre Wendt

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Zehn Jahre dienstfrei bei fortlaufender Besoldung.
Beurteilung und Beförderung in Abwesenheit. Zehntausende Euro als
ungenehmigter Nebenverdienst. Keine nennenswerten Einträge in der
Personalakte. Wer das alles genehmigt, gefördert oder mal kritisch
hinterfragt hat? Niemand.

Jeder Streifenpolizist, der mit den Einzelheiten des „Falls Wendt“
konfrontiert wird und selbst jeden Kleinkram dokumentieren soll,
müsste Schwindelanfälle bekommen. Das NRW-Innenministerium, einst als
„Perle der Landesregierung“ gerühmt, scheint dem Chef der
Polizeigewerkschaft eine Narrenfreiheit gewährt zu haben, die man bei
deutscher Behördengründlichkeit nicht für möglich gehalten hätte.

Innenminister Jäger verlegt sich auf seine krisenerprobte
Strategie, Verantwortung zu delegieren. Zur schwarz-gelben
Vorgängerregierung etwa, die angeblich die skandalösen Deals mit
Wendt vor über zehn Jahren einging. Warum der oberste Dienstherr bis
vor zehn Tagen nichts ahnte, niemand aus seinem Umfeld das Modell
„Gewerkschafter auf Staatskosten“ gekannt haben will – all das bleibt
nebulös. Man kann nur hoffen, dass der Staatsanwalt schnell den Nebel
lichtet.

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Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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