WAZ: Nicht mehr nachvollziehbar. Kommentar von Rolf Obertreis zur Lufthansa

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Wie lange soll das noch gehen? Wochen? Monate?
Jahre? Es ist längst nicht mehr nachvollziehbar, was sich im Detail
zwischen dem Vorstand der Lufthansa und der Pilotenvereinigung
Cockpit (VC) abspielt. Tariffragen und selbst die in den Augen der
Lufthansa viel zu großzügige Vorruhestandsregelung für die
Flugzeugführer stehen nicht mehr im Mittelpunkt des Konflikts. Es ist
der neue Billigableger Eurowings. Die Piloten dort verdienen
erheblich weniger als bei Lufthansa, was VC angeblich akzeptiert. Sie
pocht aber auf einen Tarifvertrag. Was wiederum Lufthansa-Chef Spohr
ablehnt. Zur Durchsetzung seiner Position will er auch weitere teure
und imageschädigende Streiks hinnehmen, obwohl die bisherigen
Ausstände schon 330 Millionen Euro gekostet haben. All das ist schwer
zu verstehen. Selbst ein Mann wie Ex-Finanzminister Theo Waigel ist
im Frühsommer gescheitert als es um eine mögliche Schlichtung ging.
Spohr kann nicht ernsthaft glauben, dass Lufthansa mit weiteren
wochen- oder monatelangen Streiks vorankommen kann. Und die Piloten
sägen weiter an dem Ast, auf dem sie selbst sitzen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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