WAZ: NRW demonstriert Entschlossenheit. Kommentar von Tobias Blasius zu mehr Polizisten-Stellen

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Wenn die Anzeichen nicht trügen, wird Rot-Grün in
diesem Jahr mit 1900 Anwärtern so viele neue Polizisten einstellen
wie nie zuvor. Das wäre eine überraschende Kehrtwende, weil
Innenminister Jäger bislang viel Energie darauf verwendet hat, die
Unmöglichkeit einer solchen Personalpolitik zu erklären. Es gebe zu
wenig Ausbildungskapazitäten, einen zunehmenden Spezialisierungsgrad,
also mehr Bedarf an Klasse statt Masse. Dennoch: Seine Wende ist
strategisch nachvollziehbar und angemessen. Bandenkriminalität,
Terror, „No-go-Areas“, Wohnungseinbrüche und nun auch noch der Schutz
von Flüchtlingsheimen – die Anforderungen an die Ordnungshüter
scheinen im Wochenrhythmus zu wachsen. Bislang ist es dem resolut
auftretenden Jäger trotz mancher Skandale gelungen, die Spielräume
der Opposition im wichtigen Bereich der Innenpolitik eng zu halten.
Die jüngsten Kriminalitätsauswüchse drohen das Vertrauen in das
Gewaltmonopol des Staates zu erschüttern und bieten Angriffsflächen
für den Landtagswahlkampf 2017. Da sind Neueinstellungen bei der
Polizei nicht das schlechteste Mittel, um Entschlossenheit zu
demonstrieren.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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