WAZ: Pendler baden nun den Sparkurs aus. Kommentar von Frank Preuß zu den Bahnproblemen

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Bahnkunden, die in diesen Tagen das Missvergnügen
haben, durchs Ruhrgebiet zu pendeln, dürften nur noch mit dem Kopf
schütteln: Fünf Monate soll es dauern, bis das Mülheimer Stellwerk
wieder funktioniert. Mindestens. Wer gestern die technischen
Überreste begutachten durfte, wird der Bahn nicht vorwerfen können,
dass es so viel Zeit braucht, die verkohlte Einheit wieder
herzurichten. Aber dass es keine andere, schnellere Lösung gibt, ruft
den Zorn der Kundschaft mit Recht hervor. Ein Brand legt den Verkehr
auf Europas meistbefahrener Zugstrecke bis auf Weiteres lahm? Das
darf doch nicht wahr sein. Ist es aber. Zur Wahrheit jedoch gehört
auch das: Die Bahn kann sich aus dem Würgegriff eines hysterischen
Sparkurses nicht mehr befreien, den die Politik einst befahl, um das
Unternehmen an die Börse zu prügeln. Mit Stellenabbau und
gestrichenen oder verschobenen Investitionen. Das jetzige Dilemma ist
ein Lehrstück für die Diskrepanz von Gewinnmaximierung und
Qualitätsverantwortung. Es gibt oft genug Gründe, sich über die Bahn
zu ärgern. An allem aber trägt sie nicht Schuld.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
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