WAZ: Pflege im Heim – eine Notlösung – Kommentar von Wilfried Goebels zum Leben im Alter

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Die Warnungen vor einem drohenden Pflegenotstand
sind nicht unbegründet. Für die stark steigende Zahl älterer, nicht
selten dementer Pflegebedürftiger reicht die ambulante Unterstützung
in der eigenen Wohnung nicht aus. Die überfüllten Pflegeheime werden
zur letzten Rettung – die Kosten laufen davon, das Pflegepersonal ist
überlastet.

Die knappen Zeitvorgaben fördern die Akkordpflege nach Schema F.
Dieser Teufelskreis muss dringend durchbrochen werden. In vielen
Pflegeheimen wird fast Übermenschliches geleistet, wenn Bewohner
trotz der täglichen Pflegehatz liebevoll versorgt werden. Aber
mancher Umzug wäre überflüssig, wenn Menschen in altengerechten
Quartieren und Netzwerken mit Ärzten,ambulanten Hilfsdiensten,
Apotheken und Angehörigen weiter daheim leben könnten. Damit ließe
sich Geld sparen und häufig sogar die Betreuungsqualität verbessern.

Die Mehrgenerationen-Familie wird in der mobilen Arbeitswelt zum
Auslaufmodell. Die Heimunterbringung bleibt eine Notlösung. Es gilt,
im Quartier neue Formen der Pflege umzusetzen, die Angehörige nicht
überfordern und der Lebensvorstellung der Älteren entsprechen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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