WAZ: Plattenbauten sind nicht zu befürchten – Kommentar von Tobias Blasius zum sozialen Wohnungsbau

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NRW benötigt in wenigen Jahren 120.000 neue
Wohnungen. Der Flüchtlingszustrom hat über Nacht alle Bevölkerungs-
und Bedarfsprognosen korrigiert. Die Lockerung der Höhenbegrenzung im
sozialen Wohnungsbau ist eine der kleineren von vielen
Stellschrauben, die nun bewegt werden müssen.

Die Anhebung auf sieben Regelgeschosse in den Großstädten mit der
stärksten Nachfrage erscheint maßvoll. Vor Plattenbauten, die vielen
Städten seit den 70er-Jahren allerhand stadtplanerische, ästhetische
und soziale Probleme beschert haben, muss sich niemand fürchten.

Ob jedoch die „soziale Durchmischung“ in architektonisch
ansprechenden Wohnsiedlungen gelingt, die Bauminister Groschek
vorschwebt, ist längst nicht ausgemacht. Überambitionierte
Energiespar-Vorschriften und eine umweltpolitisch gewollte
Verknappung von Bauland haben dazu geführt, dass Neubauwohnungen in
populären Gegenden schon heute für Normalverdiener kaum mehr zu
bezahlen sind.

Zwischen Mondpreisen und Leerständen liegen dabei oft nur wenige
Kilometer. Dieser Trend lässt sich mit dem Instrumentarium des
sozialen Wohnungsbaus nur schwer durchbrechen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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