WAZ: Politik ohne Weitsicht – Kommentar von Michael Kohlstadt zum Straßenbau

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Es liest sich wie ein schlechter Witz: Endlich
erhält NRW gutes Geld für sein marodes Fernstraßennetz, kann die
Bundesmittel aber möglicherweise nicht voll abrufen, weil Ingenieure
fehlen. Das ruft Erinnerungen wach an den Planungsstreit zwischen
NRW-Verkehrsminister Groschek und Bundesverkehrsminister Dobrindt im
vergangenen Sommer. Der CSU-Minister hatte seinem SPD-Landeskollegen
damals Versäumnisse vorgeworfen.

Nicht ohne Ironie nimmt man ebenfalls zur Kenntnis, dass die für
den Aufbau Ost gegründete Deutsche Einheit-Fernstraßenbaugesellschaft
Deges nach Fertigstellung der letzten nagelneuen Autobahnkilometer
zwischen Sachsen und Meck-Pom nun die marode Duisburger Rheinbrücke
in Angriff nehmen darf.

Um der Wahrheit genüge zu tun: Die Deges hat bereits 2014 auf
Initiative der Landesregierung ihre Zelte in Düsseldorf
aufgeschlagen. Und der Personalaufbau beim Straßenbau begann schon
2013. Davor jedoch wurden dem so wichtigen Landesbetrieb Straßen NRW
Hunderte Ingenieurstellen gestrichen, der Überalterung der
Mitarbeiter tatenlos zugesehen. Jetzt könnte sich die Sparpolitik
ohne Weitsicht rächen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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