WAZ: Probe für den Rechtsstaat. Kommentar von Tobias Blasius zur Randale in Köln

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Wasserwerfer und Tränengas, fliegende Fäuste,
Flaschen und Raketen – Köln erlebte einen Sonntag im Ausnahmezustand.
Dieser als „Demonstration“ getarnte Aufmarsch von Fußball-Hooligans
und Rechtsextremisten gegen Salafisten wirft naturgemäß Fragen auf
nach dem Einsatzkonzept der Polizei und der Genehmigungspraxis der
Behörden. Für den ohnehin angeschlagenen NRW-Innenminister Jäger
kommen die Bilder vom Mob vor dem Kölner Dom zur Unzeit. Politische
Schnellschüsse zielen jedoch am Kern des Problems vorbei. Wenn sich
Hooligans eigentlich verfeindeter Klubs und gewaltbereite
Rechtsextremisten zusammenschließen, wird der Rechtsstaat
unweigerlich auf die härteste Probe gestellt. Schlimme Bilder von
Straßenschlachten erweckten zwar zeitweilig den Eindruck
ordnungsrechtlicher Ohnmacht, doch wirkliche Fehler der Polizei im
Umgang mit dieser unheiligen Allianz konnte bislang niemand klar
benennen. Die immer umfassendere Vernetzung und bessere
Organisationsfähigkeit von Gewalttätern über Internet-Netzwerke
stellt die Behörden vor Probleme, die spätestens seit diesem Sonntag
in Köln niemand mehr unterschätzen kann.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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