WAZ: Rechenkunst trifft Kaffeesatz – Kommentar von Matthias Korfmann zu Bevölkerungsprognosen

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Mark Twain soll diesen Satz gesagt haben: „Prognosen
sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“ Es ist
heute relativ einfach vorherzusagen, wie morgen das Wetter wird. Aber
der Ausblick, wie viele Menschen wohl im Jahr 2040 in NRW oder
Duisburg oder Essen leben werden, ist gewagt. Hier mischen sich
Rechenkunst und Erfahrungen mit Glaskugelzauber und
Kaffeesatzleserei.

Ein Beispiel: Die Revierprognose von 2001 sagte Dortmund für 2015
rund 50 000 Einwohner weniger voraus als diese Stadt heute hat.
Was damals keiner auf der Rechnung haben konnte: die
EU-Osterweiterung, die Finanzkrise, der „Arabische Frühling“ und
vieles mehr.

Das heißt nicht, dass Prognosen unsinnig sind. Es ist ratsam, sich
darauf einzustellen, dass Köln und Bonn bald mehr, Hagen und Olpe
hingegen viel weniger Einwohner haben dürften. Vielleicht aber werden
manche Schulen und Buslinien länger gebraucht, als wir glauben.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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