WAZ: Recht auf Dachüber dem Kopf – Kommentar von Wilfried Goebels zu Flüchtlingen

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Das große Wort von der „Willkommenskultur“ passt
nicht zusammen mit dem Bild obdachloser Flüchtlinge in Berlin und
anderswo. Ja, es gibt erheblichen politischen Regelungsbedarf, den
Missbrauch des Asylrechts zu stoppen.

Dass Familien mit Kleinkindern aber unter freiem Himmel schlafen
müssen, asylberechtigt oder nicht, ist inakzeptabel. Überfüllte
Erstaufnahmen, Flüchtlinge in Turnhallen und Zelten – die Politik
bemüht sich, mit Provisorien die unerwartet hohen Flüchtlingszahlen
zu bewältigen. Dass Kasernen leer stehen, während Zeltstädte gebaut
werden, bleibt aber unverständlich.

Flüchtlinge vom Westbalkan ohne Aussicht auf ein Bleiberecht
sollten in NRW nicht länger auf die Kommunen verteilt werden und bis
zum Abschluss ihres Asylverfahrens in Landeseinrichtungen bleiben.
Wenn dort nur Sachleistungen gegeben werden, dürfte der Anreiz für
unbegründete Asylanträge entfallen.

Bürgerkriegsflüchtlinge aber müssen schnell in die Gesellschaft
integriert werden – nicht nur, weil unser Grundgesetz dem Asylrecht
einen hohen Stellenwert einräumt. Es ist die moralische Pflicht,
Schutzbedürftigen zu helfen. Das kostet eine Menge Geld, wird sich
aber auf Dauer auch finanziell rentieren.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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