WAZ: Rentenwünsche ohne Konzept – Kommentar von Stefan Schulte zu SPD-Rentenplänen

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Mit einem Rentenkonzept Wahlkampf zu machen, sollte
für die SPD eine Selbstverständlichkeit sein. Viele Bürger sorgen
sich um ihr Ruhegeld. Stabiles Rentenniveau, Solidarrente für
Geringverdiener – in Schulz– Thesenpapier findet sich viel
Plakatives, nur leider kein Konzept.

Man kann sich ja wünschen, dass die Rente der Demografie zum Trotz
stabil bleibt und die Beiträge trotzdem nicht stärker steigen als
bisher prognostiziert. Von selbst bezahlt sich das aber nicht.

Einfach mal heute zu sagen, dass dafür eben ab 2028, also die
überübernächste Regierung mehr Steuern organisieren soll, ist das
Gegenteil einer soliden Finanzplanung. Es wären im Gegenteil einmal
mehr Wahlgeschenke auf Pump – und damit auf Rechnung der jüngeren
Generationen.

Eine Finanzierung versicherungsfremder Leistungen wie der
Mütterrente aus Steuern wäre freilich richtig. Auch das würde die
Kosten der SPD-Pläne aber nur zur Hälfte decken. Wer ein stabiles
Rentensystem will, muss schon am System selbst rumschrauben, damit es
sich dauerhaft trägt.

Für höhere Renten braucht es höhere Beiträge oder ein höheres
Rentenalter oder von beidem etwas. Das zu sagen, traut sich die SPD
nur leider nicht.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
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