WAZ: Scheidung mit Symbolcharakter – Kommentar von Michael Kohlstadt zum Nahverkehr im Revier

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Der Spardruck ist offenbar noch nicht groß genug.
Das überschuldete Duisburg will das Rad wieder zurückdrehen und aus
der einst hochtrabend gefeierten Nahverkehrs-Ehe mit Essen und
Mülheim aussteigen. Nach nicht einmal sechs Jahren steht damit ein
Modell vor dem Scheitern, das im Ruhrgebiet Symbolcharakter gehabt
hätte. Denn nichts im größten deutschen Ballungsraum stößt auf so
viel Unverständnis wie die Kleinstaaterei der Nahverkehrsbetriebe.

Natürlich steckt der Teufel im Detail. Fusionen lassen sich nicht
auf Knopfdruck starten, unterschiedliche Spurbreiten nicht per
Dienstanweisung angleichen, steuerliche Bedenken nicht einfach
wegdiskutieren. Und man darf sehr wohl die Frage prüfen, ob eine
Mega-Verkehrsgesellschaft Ruhr am Ende tatsächlich kostengünstiger
arbeitet als ein gut eingespieltes Räderwerk selbstständiger
Betriebe. Doch im Revier des gepflegten Kirchturmdenkens geht es
immer auch um Eitelkeiten, um Pöstchen und Positionen, um Milieus,
die angeblich nicht zusammen passen wollen. Gerade das Beispiel
Nahverkehr jedenfalls nährt leider Zweifel, ob das Ruhrgebiet je aus
eigenem Antrieb seine Probleme wird lösen können.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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