WAZ: Schluss mit der Sonderbehandlung – Kommentar von Gerd Heidecke zu neuen Diesel-Vorwürfen

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Ob Opel wie VW die Software seiner Diesel in
krimineller Absicht manipuliert hat? Zutrauen, so ramponiert ist die
Glaubwürdigkeit der deutschen Autobauer, würde man es auch den
Rüsselsheimern, und einige Indizien sprechen gegen sie.

So bestreitet Opel gar nicht, dass auch seine Dieselautos ein
Vielfaches des Reizgases Stickstoffdioxid ausstoßen, als es für die
Zulassung zulässig wäre. Opel bestreitet nur, dass seine Motoren wie
bei VW einen Prüfstandslauf erkennen und daraufhin die Abgasreinigung
optimieren, um sauber dazustehen.

Auch bei noch ausstehender Antwort auf die neue Schuldfrage ist
klar, dass aus allen Auspuffrohren viel mehr Schadstoffe quellen, als
in den Papieren steht. Das ist der Skandal neben dem Skandal: dass
der Betrug mit unrealistischen geringen Verbrauchs- und Abgaswerten
zu Lasten der Gesundheit und der Umwelt seit Jahrzehnten legal ist.

Stets haben Bundesregierungen aller Couleur der deutschen
Automobilindustrie in Brüssel und Berlin die Schlupflöcher
offengehalten. Das wäre der erste Schritt zur Besserung: Schluss mit
dieser Sonderbehandlung, die am Ende allen Beteiligten mehr schadet
als nützt.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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