WAZ: Schwieriger Dialog – Kommentar von Christopher Onkelbach zu Ditib

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Es gibt gute Gründe dafür, dass die grüne
Schulministerin Sylvia Löhrmann anders als der SPD-Innenminister an
der Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Islamverband Ditib festhält.
Kinder muslimischen Glaubens gehören in NRW schon seit vielen Jahren
zur drittgrößten Glaubensgemeinschaft. Da es in NRW den
Religionsunterricht mit Verfassungsrang bereits für christliche und
jüdische Kinder gibt, ist es nur richtig, dass auch muslimische
Kinder entsprechend unterrichtet werden. Der Beirat, in dem auch ein
Ditib-Vertreter sitzt, übernimmt dabei eine ähnliche Rolle wie die
Kirchen beim christlichen Religionsunterricht. Die Arbeit dieses
Gremiums ist angesichts der großen Zahl muslimischer Schulkinder von
wachsender Bedeutung.

Dennoch ist es richtig, dass die Landesregierung sehr genau
hinschaut, was sich in diesem Beirat abspielt. Ditib ist eine von der
Türkei finanzierte Religionsanstalt. Die für die Anerkennung als
Religionsgemeinschaft geforderte Staatsferne ist schon deshalb nicht
gegeben – und wohl auch nicht im Sinne der türkischen Regierung.
Nichts aber kann weniger im Interesse des Schulministeriums sein, als
dass türkische Politik über diesen Umweg in hiesige Klassenzimmer
gelangt.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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