WAZ: Selbstbedienung bekämpfen – Kommentar von Tobias Blasius zu Sparkassen

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Die Landespolitik hat mit ihren Sparkassen viel
Geduld gehabt. Seit Jahren wird Selbstverständliches eingefordert:
Das öffentlich-rechtliche System soll darlegen, nach welchen
Kriterien Sparkassen-Vorstände in NRW bezahlt werden. Doch
Beharrungskräfte und Selbstbedienungsmentalität erwiesen sich bislang
als stärker.

Die Offenlegungspflichten bei den aktiven Sparkassen-Gehältern
seit 2009 wurden nur schleppend umgesetzt. Die dringend gebotene
Reform der üppigen Pensionen erreichte nicht einmal
Ankündigungs-Charakter. Das gemischte Doppel aus „Verdienen wie ein
Privatbanker/abgesichert wie ein Beamter“ ist eben zu lukrativ, um
ohne politischen Druck abgeschafft zu werden.

Rot-Grün wäre gut beraten, es nicht bei der Drohung zu belassen.
Warum soll eine Sparkasse einen Gutteil des erwirtschafteten Gewinns
aufwenden, um die Pensionen ihrer Vorstände zu bezahlen? Wenn
Landtagsabgeordnete für ihre Altersvorsorge einzahlen können, ist das
auch Vorständen zuzumuten. Und warum ein Sparkassendirektor doppelt
so viel verdient wie die Ministerpräsidentin, ist niemandem plausibel
zu machen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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