WAZ: Steinbrück fördert den Verdruss – Kommentar von Frank Preuß zu Steinbrücks Wechsel

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Vor ein paar Tagen hat er eine flockige
Abschiedsrede im Bundestag gehalten, seine Zeit dort ist vorbei, das
hat er richtig eingeschätzt. Viele in der SPD werden ihn an der Front
nicht vermissen, er sie allerdings auch nicht. Aber man durfte
wetten, dass es das noch nicht war für Peer Steinbrück.

Dass er nun ausgerechnet als Bankenberater einsteigt, klingt erst
einmal ungewöhnlich für einen, den viele als Bankenschreck
abgespeichert hatten. Das allerdings ist auch eine eher
oberflächliche Betrachtung: Das Verhältnis des ehemaligen
Finanzministers zu den Finanzhäusern war jenseits des öffentlichen
Gepolters so schlecht nicht.

Sein neuer Job löst die üblichen Reflexe aus, wenn Politiker in
die Wirtschaft wechseln. Darf der das? Und: Kriegt er den Hals nicht
voll? Natürlich beachtet Steinbrück das Regelwerk, und es wäre
heuchlerisch, einem 69-Jährigen vorzuwerfen, dass er gern viel Geld
verdient.

Die Bank aber will sich Zutritt in die Politik erkaufen. Und
Interessenskonflikte sind nicht an Karenzzeiten gekoppelt. Steinbrück
fördert den Verdruss über Politiker. Es wird ihm herzlich egal sein.

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Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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