WAZ: Unseliger Vergleich – Kommentar von Christopher Onkelbach

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Man kann Transitzonen politisch kritisieren und
moralisch verwerflich finden – nur Konzentrationslager sind sie
nicht. Dieser Vergleich würdigt nicht nur die damaligen Opfer und ihr
Leid herab, sondern auch jene, die heute auf demokratischem Weg für
solche Einrichtungen streiten – ob man nun diese Ansicht teilt oder
nicht.

Dass sich solche Vergleiche mit der Nazi-Zeit grundsätzlich
verbieten, hätte dem Bischof, der die Kraft des Wortes kennt, bewusst
sein müssen. Sicher hat er ihn in der ehrenwerten Absicht verwendet,
um auf die Gefahr eines Rückfalls in die Barbarei hinzuweisen. Doch
diese Gefahr besteht nicht, weder politisch noch moralisch.

Ein solcher Vergleich fällt stets auf jene zurück, die ihn
benutzen. Denn er dient grundsätzlich dem Ziel, den politischen
Gegner auszuschalten. Und das ist einer Demokratie nicht dienlich,
die der Bischof doch mit so viel Herzblut zu verteidigen sucht. Was
er auch sagte war: „Mauern dürfen wir nicht bauen.“ Das ist wahr. Und
dabei hätte er es belassen sollen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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