WAZ: Verständliche Wut. Kommentar von Christopher Onkelbach

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Die Wut der Ausgeschlossenen ist verständlich. Eine
Gruppe großer Universitäten heftet sich selbst das Elite-Prädikat an
und versucht, sich auf Kosten anderer zu profilieren. Dabei wird
nicht einmal gefragt, ob womöglich auch an anderen Hochschulen
Hervorragendes geleistet wird. Sinnvoller wäre es, gegenüber der
Politik mit einer Stimme zu sprechen, um sich bei den drängenden
Finanzproblemen Gehör zu verschaffen. Doch die Elite-Unis schielen
auf 2017. Dann nämlich endet die Milliarden-Förderung des
Exzellenzwettbewerbs, und die mühsam aufgebauten Labore, Institute
und Forschergruppen sind bedroht. Jetzt geht es ihnen darum, Pflöcke
für die Zeit danach einzuschlagen, um weiterhin Bundesgeld zu
erhalten und international sichtbare Elite zu bleiben. Im Kern ist
dieser Streit die logische Folge einer Entwicklung, die von Politik
und Wissenschaftsorganisationen seit Jahren forciert wurde: die
Ausdifferenzierung der Hochschulen. Sie sollen Stärken entwickeln,
Profile sichtbar machen, sich auf Forschungsvorhaben konzentrieren
oder eben mehr der Massenlehre dienen. Die Frage ist nur, ob eine
interne Kannibalisierung hierbei der richtige Weg ist.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
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