WAZ: Viel Herz und eine Krone. Kommentar von Gudrun Büscher

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Als Beatrix den Thron bestieg, standen die
Niederlande kopf. Die Polizei hielt wütende Demonstranten von der
Kirche fern. Es flogen Steine und Brandsätze. Kommentatoren fragten
sich, ob die Monarchie überhaupt überleben kann. 33 Jahre später
stellt sich diese Frage niemand mehr. Am Tag, an dem Königin Beatrix
den Thron für ihren Sohn Willem-Alexander freimacht, liegt ihr das
Volk zu Füßen. Das hat vor allem mit ihrer Disziplin zu tun. Sie habe
die Königswürde nicht gesucht, aber angenommen, hat sie einmal gesagt
und sich Tag für Tag den Respekt ihres Volkes erarbeitet – mehr
Managerin als Monarchin. Die Herzen gewann sie später – als sie nach
Katastrophen und Schicksalsschlägen Gefühle zuließ. Die Niederländer
vollziehen einen Thronwechsel, der Briten, Dänen, Schweden oder
Norwegern noch bevorsteht. Es ist das Ende einer Ära, das sich in den
europäischen Monarchien abzeichnet, aber mitnichten das Ende der
Monarchie in Europa. So feiern die Niederländer nicht nur Beatrix,
Willem-Alexander und Máxima, sondern auch sich selbst. Denn Beatrix
hat das Königshaus zu einem Symbol gemacht, das diese kleine, stolze
Nation verkörpert. Ein schweres Erbe für den neuen König.

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Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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