WAZ: Vom Malheur zum „Fall Laschet“. Kommentar von Wilfried Goebels zur Noten-Affäre

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Über CDU-Landeschef Laschet braut sich ein
politisches Gewitter zusammen. Dass Laschet als Lehrbeauftragter der
RWTH Aachen Klausuren verschludert hat, ist keine Bagatelle. Mehr als
ein peinlicher Lapsus aber war es, dass Laschet beim verunglückten
Versuch, den Schaden zu begrenzen, leichtfertig sogar Noten an
Studenten vergab, die an der Klausur gar nicht teilgenommen haben.
Ein gefundenes Fressen für den politischen Gegner, um den
Herausforderer von Hannelore Kraft ins Abseits zu stellen. Das
Malheur in Aachen ist politisch nicht ungefährlich, weil es Vertrauen
kostet. Glaubwürdigkeit aber ist das größte Pfund, das ein
Oppositionspolitiker einbringen kann. Die Affäre dürfte bis zur
Landtagswahl 2017 ein rot-grünes Thema bleiben. Wie oft in der
Politik ist es weniger der Fehler selbst als das missglückte
Krisenmanagement, das dem Verursacher anhängt. Statt offensiv mit dem
Fauxpas umzugehen, wollte Laschet das Thema lange aus den
Schlagzeilen heraus halten. Das Gegenteil ist passiert: Der „Fall
Laschet“ schlägt bundesweit Wellen und wird so zum Lehrstück für
politisches Ungeschick.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
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