WAZ: Vorsicht beim Ladenschluss – Kommentar von Tobias Blasius

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Kundenorientierung oder Konsumterror? Zeitgemäßer
Service oder Geschäftemacherei zur Unzeit? Das nordrhein-westfälische
Ladenöffnungsgesetz, seit 2006 eine der bundesweit liberalsten
Regelungen, wird in den kommenden Monaten wieder ins Zentrum erregter
Debatten rücken. Die rot-grüne Regierungskoalition will das Regelwerk
der schwarz-gelben Vorgänger gründlich überarbeiten. Wer wollte
monieren, dass die fast grenzenlose Freiheit des NRW-Einzelhandels
nach fünf Jahren Praxiserfahrung noch einmal auf den Prüfstand kommt?
Doch sollte Rot-Grün sich hüten, mit bürokratischen
Ladenschlusszeiten den Schiedsrichter im Kampf um Kunden und Umsätze
spielen zu wollen. Lebensstile und Konsumverhalten ändern sich heute
je nach Altersklasse und Region derart rasant, dass es am besten
jedem Kaufmann selbst überlassen bleibt, darauf angemessen zu
reagieren. Deshalb: Finger weg von den liberalen
Ladenschluss-Regelungen an Werktagen! Anders verhält es sich mit dem
inzwischen abenteuerlichen Wildwuchs an verkaufsoffenen Sonntagen.
Die grundgesetzlich geschützte Sonntagsruhe ist ein religiöses,
kulturelles und gesellschaftspolitisches Gut, das man nicht zur
Verfügungsmasse der örtlichen Werbegemeinschaft verkommen lassen
darf.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
zentralredaktion@waz.de

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