WAZ: Wann bekennt sich Erdogan? Kommentar von Gregor Boldt

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Das Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei
war mal besser. Deshalb hat Guido Westerwelle vor dem Hintergrund des
NSU-Prozesses und deutscher Soldaten auf türkischem Boden gesagt, was
er als Chefdiplomat sagen musste: Er wolle Schwung in die
EU-Beitrittsverhandlungen bringen. Das ist entgegenkommend, aber
unverbindlich. Nahezu wortgleich hatte er sich übrigens im Februar
ausgedrückt, bevor Kanzlerin Angela Merkel den türkischen Premier
Erdogan besuchte. Die Wirkung: gleich null. Die Türkei ist ein
wichtiger Partner für die EU. Joschka Fischer hat einmal gesagt, dass
Europa einen Zuwachs an Sicherheit erhalte, wenn es am Beispiel der
Türkei gelänge zu beweisen, dass „islamischer Glaube und die Werte
der europäischen Aufklärung“ vereinbar seien. Doch genau das ist der
Punkt. Auf ein Bekenntnis zu europäischen Werten wartet man bei
Erdogan vergeblich. Da setzt die Union an. Zu Recht.

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