WAZ: Wer nicht plant, bekommt nichts. Kommentar von Matthias Korfmann zum Straßenbau

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Wirklich neu klingt das nicht: Die Bundesregierung
schüttet Geld für den Bau von Straßen aus, Bayern bekommt davon den
Löwenanteil und Nordrhein-Westfalen vergleichsweise wenig. In diesen
Fall sogar extrem wenig, gemessen an der Größe des Bundeslandes und
den vielen ungelösten Verkehrsproblemen im Land. Vor solchen
Verteilungs-Schieflagen schützt offenbar noch nicht einmal die Große
Koalition. Die größte Portion aus dem Topf für Straßenbau erhalten
die Länder im Süden. Dass inzwischen die Bundesverkehrsminister
bevorzugt aus Bayern kommen, mag dem Freistaat einen grundsätzlichen
Vorteil verschaffen. NRW indes hat in Berlin noch immer keine Lobby
und steht nun auch noch als naiv da: Wer keine Straßen plant, der
bekommt auch keine. Dumm gelaufen. Andere Länder haben „auf Vorrat“
und ohne feste Zusagen Straßen geplant, und sie sind nun besser dran.
Stellen wir uns aber mal vor, nach NRW würden (wie nach Bayern) rund
600 Millionen Euro für neue Straßen fließen. Mit dem Bauen ist es ja
nicht getan. Jede neue Fernstraße muss gepflegt und irgendwann wieder
für viel Geld saniert werden. NRW hat ja schon seine liebe Mühe, das
bestehende Straßennetz einigermaßen zu erhalten.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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