WAZ: Wir werden uns nicht einschließen. Kommentar von Frank Preuß zum Terror

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Winkende Menschen haben wir gestern fotografiert.
Familien aus dem Ruhrgebiet zum Ferienstart. Fröhlich, entspannt,
voller Urlaubsvorfreude. Am Flughafen, am Bahnhof, auf dem Rastplatz.
Fotos, die wir heute nicht drucken, weil der Kontrast unzumutbar
wäre. Der Kontrast zu den Bildern von toten Touristen am Strand in
Tunesien. Auch sie wollten nichts anderes als ein paar unbeschwerte
Tage am Meer verbringen. Es sind Bilder des Schreckens, die uns
abermals ins Bewusstsein rücken, wie nah der Terror uns kommt, den
wir nur über die Medien wahrnehmen. Und dass er mit noch so vielen
Sicherheitsmaßnahmen kaum zu verhindern ist: Ein Extremist, der den
Verlust des eigenen Lebens nicht fürchtet, wird seine Opfer finden.
Am Strand oder in einer schiitischen Moschee. Für Tunesien, in dem
die demokratischen Sehnsüchte der arabischen Welt ihren Anfang nahmen
und das vom Tourismus abhängt, sind die Anschläge ein katastrophaler
Rückschlag. Was macht es mit uns? Wir werden weiter reisen, uns nicht
zu Hause einschließen. Dann hätte der Terror gewonnen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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