WAZ: Wortklauberei macht wütend – Kommentar von Tobias Blasius zum Silvesterbericht

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Die Wortklauberei um den Abschlussbericht des
Landtags-Untersuchungsausschusses zur Kölner Silvesternacht 2015
dürfte viele der überfallenen Frauen einfach nur wütend machen. Nach
einem Jahr parlamentarischer Aufklärungsarbeit müsste das Versagen
von Polizei, Innenministerium und Stadtverwaltung jedem deutlich vor
Augen geführt worden sein. Viel Spielraum für beschönigende
Formulierungen blieb eigentlich nicht. Fatale Fehlplanungen bei der
Einsatzvorbereitung, katastrophale Kommunikationspannen in der
Silvesternacht selbst und ein unwürdiges Abschieben von Verantwortung
in den Tagen danach – an dieser Bilanz lässt sich schwer deuteln.

Dennoch wurde bei der Bewertung der Untersuchungsergebnisse um
jedes Komma gerungen, als ließe sich die Geschichte der
erschütternden Vorgänge im Schatten des Kölner Doms im Nachhinein
umschreiben. Der Umgang mit der Silvesternacht bleibt deshalb von der
ersten Polizei-Pressemeldung („entspannte Einsatznacht“), über die
Vogel-Strauß-Taktik des Innenministeriums bis hin zum gestrigen
Zuständigkeitsgeschacher in der parlamentarischen Aufarbeitung das,
was er ist: der Skandal hinter dem Skandal.

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Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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