WAZ: Zelte als letztes Mittel. Kommentar von Tobias Blasius zur Flüchtlings-Situation

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Als die Stadt Duisburg im Sommer 2014 den
stillgelegten Ascheplatz der Sportfreunde Walsum 09 für eine
Asylbewerber-Zeltstadt nutzen wollte, rollte eine Welle der Empörung
durchs Land. Als „beschämend“ oder gar „menschenunwürdig“ wurde das
Provisorium parteiübergreifend abgelehnt. Der aus Duisburg stammende
Innenminister Ralf Jäger ließ sich damals immerhin ein Hintertürchen
offen: Zelte für Flüchtlinge seien nicht wünschenswert, aber die
„Ultima Ratio“, also das letzte Mittel. Der Ernstfall ist da. Die
Landesregierung selbst muss jetzt zum letzten Mittel greifen. In
wenigen Wochen sollen große Zelte und Hallen in NRW entstehen, um
einer ständig neuen Rekordzahl an Asylbewerbern zumindest ein Dach
über dem Kopf zu bieten. Die Eilzuweisungen in kommunale Turnhallen
und Einrichtungen konnten nicht von Dauer sein. Hilfsorganisationen
überfordert zudem die große Zahl dezentraler Notunterkünfte. Nun also
Großzelte, die man aus Entwicklungsländern kennt. Der
gebetsmühlenartige Ruf nach schnelleren Asylverfahren und mehr Geld
vom Bund schafft eben allein auch keine Betten. Doch wer Jägers Zelte
weiterhin ablehnt, sollte seriöse Alternativen nennen – bitte mit
Standort und kurzfristiger Verfügbarkeit.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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