WAZ: Zweischneidige Sache – Kommentar von Michael Kohlstadt zu Mieten

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Mehr und mehr wird Wohnen in deutschen Städten zu
einer kostspieligen Angelegenheit. Mittlerweile erfasst der Sog der
Metropolen auch Mittelstädte wie Mainz, Karlsruhe oder Nürnberg. Das
zumindest legt die Vonovia-Studie nahe, die Hunderttausende
Mietangebote durchforstet hat.

Dass dieser Trend fast vollkommen am Ruhrgebiet vorbeigeht, ist
eine zweischneidige Sache. Ist man nicht Makler oder Vermieter, gibt
es nun wirklich keinen Grund, sich über niedrige Mieten zu beklagen.
Im Gegenteil: Hier darf das Revier gerne Schlusslicht sein.

Andererseits sagt die Mietpreisspirale auch etwas über die
Attraktivität einer Region aus. Wer mit seiner Immobilie höhere
Mieten erzielt, ist zudem eher in der Lage, in Modernisierung zu
investieren. Verhältnisse wie in Frankfurt, wo es Wohnraum für unter
zehn Euro/qm praktisch nicht mehr gibt, sind auf Dauer freilich Gift
für das soziale Gefüge jeder Stadt.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
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