Weltweiter Aktionstag gegen den Einsatz von Kindersoldaten am 12.2. Kinder dürfen keine Soldaten sein!

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Deutsches Bündnis Kindersoldaten fordert zum Red
Hand Day 2016 den besonderen Schutz von Mädchen und Jungen in
bewaffneten Konflikten

Rund 250.000 Kinder und Jugendliche werden weltweit in offiziellen
Armeen und nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen als Soldaten
eingesetzt: Sie kämpfen an der Waffe für staatliche Armeen oder
andere bewaffnete Gruppen, werden als Spione, Köche oder Lastenträger
eingesetzt. Viele Kindersoldaten kämpfen mit Kleinwaffen aus
deutscher Herstellung.

Im Jemen sind nach UN-Schätzungen ein Drittel aller Kämpfer
Minderjährige. „Die jemenitischen Milizen werden von Saudi-Arabien
auch mit deutschen G3-Gewehren aus genehmigter Lizenzproduktion
versorgt. Damit verstößt Saudi-Arabien gegen die sogenannte
Endverbleibserklärung“, so Ralf Willinger, Kinderrechtsexperte bei
terre des hommes und Sprecher des Bündnis– Kindersoldaten. „Dass der
Waffenproduzent Heckler und Koch gegen die Bundesregierung klagt und
weitere Waffenexporte nach Saudi-Arabien erzwingen will, offenbart
die völlig unzureichende Gesetzeslage. Wir fordern deshalb dringend
ein Rüstungsexportgesetz, das Waffenexporte in Krisenregionen und an
Staaten, die die Menschenrechte verletzen und beispielsweise
Kindersoldaten einsetzen, verbietet.“

Entgegen den eigenen politischen Grundsätzen für Rüstungsexporte
und den Vorgaben der EU genehmigt die Bundesregierung den Export von
Kriegswaffen an zahlreiche Staaten, die in bewaffnete Konflikte
verwickelt sind, in denen Kindersoldaten eingesetzt werden – unter
ihnen Indien, Katar und Saudi-Arabien. „Mit der Genehmigung der
Errichtung einer G36-Waffenfabrik fertigt Saudi-Arabien jetzt auch
Zehntausende von Heckler und Koch-Sturmgewehren, die aufgrund ihres
geringen Gewichts und ihrer Handlichkeit optimal für Kindersoldaten
geeignet sind“, sagt Jürgen Grässlin, Buchautor und Sprecher der
Kampagne ,Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!–. „Wir rufen
auf zur Teilnahme an der bundesweiten Aufschrei-Unterschriftenaktion
–Export von Kleinwaffen und Munition stoppen!–„

Keineswegs zu vergleichen mit dem Schicksal von Kindersoldaten in
Konfliktregionen und dennoch unverantwortlich ist die Rekrutierung
minderjähriger Soldatinnen und Soldaten durch die Bundeswehr – 2015
beispielsweise waren es mehr als 1.500. Intensiv betreibt die
Bundeswehr Nachwuchswerbung bei Jugendlichen vor allem in Schulen.
„Die Empfehlungen aus dem UN-Ausschuss für die Rechte der Kinder
keine Minderjährigen in die Bundeswehr zu rekrutieren, müssen
unbedingt beachtet werden, statt bei ihrer Anwerbung Rekordzahlen zu
erreichen“, sagt Frank Mischo, Kinderrechtsexperte der Kindernothilfe
und Bündnis-Sprecher. Das Deutsche Bündnis Kindersoldaten fordert
deshalb in der Kampagne –unter18nie– einen Verzicht der Rekrutierung
Minderjähriger, damit Deutschland eine internationale Vorbildrolle
zur Reduzierung der Beteiligung von Kindern in militärischen
Einheiten weltweit übernehmen kann. „Es ist schwierig Regierungen und
Rebellengruppen bei Demobilisierungen von Kindersoldaten zu erklären,
wieso beispielsweise 17-Jährige aus kinderrechtlichen Gründen nicht
im Militär bleiben sollen, wenn Staaten wie Deutschland dies nicht
beachten“, so Mischo weiter.

Weitere wichtige Forderungen des Deutschen Bündnis Kindersoldaten
– einem Zusammenschluss von neun Kinderrechtsorganisationen – sind
die Gewährung von politischem Asyl und die Unterstützung für
ehemalige Kindersoldaten oder Minderjährige, die vor einer
Rekrutierung geflohen sind. Ein sicherer Aufenthaltsstatus,
medizinische und psychologische Versorgung sowie schulische und
berufliche Bildung sind für sie lebenswichtig.

Am 12. Februar 2002 ist das Zusatzprotokoll zur
Kinderrechtskonvention zu Kindern in bewaffneten Konflikten in Kraft
getreten. Seitdem gilt der Tag als internationaler Tag gegen den
Einsatz von Kindern als Soldaten. Anlässlich dieses „Red Hand Day“
ruft das Deutsche Bündnis Kindersoldaten gemeinsam mit zahlreichen
Organisationen weltweit zu Aktionen mit dem Symbol der roten Hand
auf. Bisher haben mehr als 400.000 Menschen in über 50 Ländern
weltweit mit ihrem Handabdruck gegen den Missbrauch von Kindern als
Soldaten protestiert. Auch in diesem Jahr finden Rote-Hand-Aktionen
in zahlreichen deutschen Städten statt. Die Kinderkommission des
Bundestages hat sich zuletzt am 27. Januar 2016 entschieden gegen den
Missbrauch von Kindern als Soldaten ausgesprochen. Viele
Mitgliedsorganisationen des Deutschen Bündnis Kindersoldaten
unterstützen Hilfsprojekte für Kindersoldaten in Asien, Afrika und
Lateinamerika.

Weitere Informationen im Internet: redhandday.org,
info@kindersoldaten.info, aktion-rote-hand.de, unter18nie.de

Für Rückfragen/Interviews:
terre des hommes, Tel.: 05 41 / 71 01-126, Email presse@tdh.de
Kindernothilfe, Christian Herrmanny, stellvertr. Pressesprecher
Tel.: 02 03.77 89-242
E-Mail christian.herrmanny@kindernothilfe.de

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