Weser-Kurier: Birgit Svensson schreibtüber den Krieg in Syrien:

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Das wird nichts mehr mit Barack Obama und Wladimir
Putin. Für den Russen ist der Amerikaner ein Weichei, für Obama ist
Putin ein muskelprotzender Macho. Würde die Chemie zwischen den
beiden Männern stimmen, wäre schon längst eine Lösung für Syrien
gefunden. Nur die beiden haben Einfluss genug, um die Geschicke in
dem seit fünf Jahren tobenden Bürgerkrieg zu wenden. Stattdessen geht
das Gezerre bis zum Unerträglichen weiter. Auch jetzt wieder beim
G-20-Gipfel in China. Auch dort haben die USA und Russland eine
Einigung zu Syrien verpasst. Die Folge: Noch mehr Menschen werden
sterben und fliehen. Auch gestern sind wieder über 40 Zivilisten
getötet worden. Es bleibt also nicht bei 400.000 Toten in Syrien. Die
Amerikaner werfen den Russen vor, nicht genügend Rücksicht auf die
Zivilbevölkerung zu nehmen und menschliche Kollateralschäden in
großem Stil zu verursachen. Obama sieht eine Waffenruhe als
Vorbedingung für weitergehende Friedensgespräche. Putin will
Tatsachen schaffen. Die Russen optieren für ein Ende mit Schrecken,
die Amerikaner für ein Schrecken ohne Ende. Russland und Iran stützen
das Assad-Regime und scheinen fest entschlossen, den Diktator vor dem
Untergang zu bewahren. Die USA und Europa wollen sie gewähren zu
lassen. Die Strategie des Westens ist konfus. Vor vier Jahren zog
Obama gegenüber Syriens Präsident Assad eine klare „rote Linie“.
Sollte das Regime in Damaskus biologische oder chemische Waffen
einsetzen, würden die USA mit einer Militäraktion antworten. Assad
lenkte ein und ließ seine Chemiewaffen angeblich verschrotten. Genau
ein Jahr später stellte er Obama auf die Probe: Im August 2013
schlugen mehrere mit Sarin gefüllte Boden-Boden-Raketen in Vororten
von Damaskus ein, die von Rebellen kontrolliert wurden. Nach
Rekonstruktion der Flugbahnen kamen Experten zu dem Schluss, dass die
Raketen aus einem Gebiet abgefeuert wurden, das vom Regime
kontrolliert wurde. Von einer „roten Linie“ war dann keine Rede mehr.

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