Weser-Kurier: Kathrin Aldenhoffüber die Nachzählung in Bremerhaven:

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Wäre es nicht so ernst, man könnte herzlich darüber
lachen. 15   Monate nach der Bürgerschaftswahl
steht das Ergebnis noch nicht zweifelsfrei fest. Sitzt in Bremens
Landesparlament eine Abgeordnete auf Abruf, hofft ein anderer
Politiker immer noch darauf, in die Bürgerschaft einzuziehen. Und die
Präsidentin des Bremer Verfassungsgerichts beschäftigt sich mit 13
verschwundenen Stimmzetteln und 15 Wählwilligen, die im Wahllokal
abgewiesen wurden, weil sie sich nicht ausweisen konnten. Mut zum
Detail, bei rund 245 000 Wählern, die bei der Bürgerschaftswahl
2015 im Land Bremen ihre Stimme abgegeben haben. Ja, es mutet an wie
eine Lokalposse, wenn im Staatsgerichtshof über einzelne Stimmzettel
diskutiert wird und einer in all den Wirren Neuwahlen fordert. Aber
die Arbeit, die der Staatsgerichtshof leistet, ist wichtig – und
deshalb sollte niemand darüber lachen, zumindest nicht allzu lange.
Es geht bei all dem Kleinklein, bei all dem Nachzählen und
Stimmzettel-Suchen um den Willen der Wähler, und der ist Kern einer
Demokratie. Und ganz nebenbei zeigt die Sache: Es zählt wirklich jede
Stimme.

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