Weser-Kurier: Kea Müttel über den Frauentag

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Jedes Jahr am 8. März fangen die Diskussionen
wieder an, ob ein Internationaler Frauentag überhaupt notwendig ist. 
Häufig wird aber nur über und nicht mit den betroffenen Frauen
geredet. Die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht vor zwei
Jahren in Köln nutzten vor allem Rechtspopulisten, um sich
vordergründig für Frauen einzusetzen. In Wirklichkeit richteten sich
ihre Attacken aber gegen Geflüchtete. Dass gerade
die Rechtspopulisten ein rückwärts gewandtes Frauenbild propagieren
und keine gleichberechtigte Gesellschaft wollen, wurde allerdings
kaum thematisiert. Auch bei dem Gina-Lisa-Prozess wurde die Debatte
darüber, was eine Vergewaltigung ist, emotional geführt. Das Gesetz
wurde verschärft, der Slogan „Nein heißt Nein“ weit über
feministische Uni-Gruppen hinaus bekannt. Aber es gab auch eine
Gegenseite. In Kommentarspalten wurde zu Vergewaltigungen aufgerufen.
Die Debatte ließ all die emporkommen, die allein die Diskussionen
über Gleichberechtigung schon als Angriff auf sich selbst werten. Sie
fanden die Debatte überflüssig. Und sie finden mit Sicherheit auch
den Frauentag überflüssig. Dass Frauen noch immer weniger verdienen,
häufiger von häuslicher Gewalt und sexuellen Übergriffen betroffen
sind, interessiert sie nicht. Dagegen gilt es, zu kämpfen, Männer und
Frauen zusammen. Wenn der 8. März nur einige Menschen zum Nachdenken
anregt, verdeutlicht das einmal mehr seine Notwendigkeit! Auch im
Jahr 2017. Leider.

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