Weser-Kurier: Kommentar:Über den Verzicht Boris Johnsons schreibt Katrin Pribyl:

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Was derzeit in Großbritannien passiert, hat viel
von Realsatire. Nur ist das Bild, das die Briten von sich abgeben,
alles andere als lustig. Die Parteien zerfleischen sich in
Führungsstreits, das Land ist gespalten wie nie, durch die
Gesellschaft geht ein tiefer Riss. Man kann es als tragisch
bezeichnen, wie sich ein Land selbst in die Krise gestürzt hat. Wer
zieht es aber wieder heraus? Monatelang galt Boris Johnson als
Favorit für die Nachfolge Camerons. Nun plötzlich will er nicht mehr.
Offenbar hat jener Mann, der als Wortführer maßgeblich am Erfolg der
EU-Gegner beteiligt ist, kalte Füße bekommen. Die ganze Geschichte
lief nicht so, wie er sie sich erdacht hatte. Glaubt man Kollegen von
Johnson, hatte er auf einen knappen Sieg der EU-Freunde gesetzt. Das
hätte ihn als Europaskeptiker geadelt und sein Ansehen gesteigert. Am
Ende wäre er mit einem Ministerposten belohnt worden und hätte in
wenigen Jahren mit mehr Erfahrung und Rückendeckung aus dem Kabinett
den Parteivorsitz und das Amt des Premiers übernehmen können. Nun kam
alles ganz anders. Plötzlich fordern jetzt alle Seiten Antworten von
Boris Johnson. Antworten, die er gar nicht hat.

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