Weser-Kurier: Kommentar von André Fesser über die Strafrechtsrefrom

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Wenn Anwälte die Abschaffung der lebenslangen Haft
fordern, dann liegt der Gedanke nah, dass das ja auch ihre Aufgabe
ist: Straftäter, die anderen Menschen mitunter unfassbares Leid
zugefügt haben, trotzdem vor den Härten des Strafrechts zu bewahren.
Und da das vor Gericht nicht immer klappt, lässt man kurzerhand das
Gesetz ändern.

Aber natürlich gibt es auch abseits dieser Interessenlage gute
Gründe, eine Neujustierung des Strafrechts zumindest zu diskutieren.
Es gilt, die Balance zu finden zwischen einer angemessenen Strafe und
dem Ziel, einen Straftäter wieder in die Gesellschaft zu überführen.
Und tatsächlich sind gesellschaftliche Missstände nicht dadurch zu
lösen, dass man jeden, der in diesem System nicht klarkommt, einfach
wegsperrt, am besten noch für immer. Daher ist es folgerichtig, dass
die Strafverteidiger in Bremen ihren Diskussionsbedarf formuliert
haben.

Mitentscheidend für den Erfolg eines Systems – in diesem Fall: des
Rechtssystems – ist aber dessen Akzeptanz. Und dort liegt das Problem
der Forderung nach Abschaffung der lebenslangen Strafe. Denn im Volk
dominiert die Meinung, dass die Bösen eher noch zu milde davonkommen.

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