Weser-Kurier: Kommentar von Anke Landwehr zur Bestuhlung der Bremischen Bürgerschaft

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Der Stammtischschnack „Die da oben machen ja doch,
was sie wollen“ funktioniert in Bremen nicht. Jedenfalls nicht immer.
Ein schönes Beispiel dafür, dass Demokratie von unten möglich ist,
liefert die Farce um Neupolsterung oder Ersatz der Abgeordnetenstühle
im Haus der Bürgerschaft. Als der Vorstand des Hohen Hauses 250.000
Euro Steuergeld in hochwertige Designermöbel investieren wollte,
zeigte das Volk der nach seiner Meinung maßlosen Politik die Grenzen
in Form ungezählter Leserbriefe auf. Als der Bundestag und auch
andere Landtage teuer möbliert wurden, krähte kein Hahn danach – und
wäre es anders gewesen, hätte sich vermutlich trotzdem nichts
geändert. Im kleinen, überschaubaren Bremen aber, wo nahezu jeder
jeden kennt, sieht das ganz anders aus. Der Proteststurm wird sehr
wahrscheinlich bewirken, dass nun nur noch ein Fünftel der
Viertelmillion ausgegeben wird, die frisch-fromm-fröhlich-frei ohne
Gedanken an die Wirkung der Verschwendungssucht verpulvert worden
wäre. Jede Wette, dass sich der Bürgerschaftsvorstand nicht mehr
traut, etwas anderes als die kostengünstigste Lösung zu wählen: die
Neupolsterung der alten Stühle. Danach lässt es sich auch darauf
wieder prima sitzen, und es bleibt eine Menge Geld für wichtigere
Dinge übrig.

Pressekontakt:
Weser-Kurier
Produzierender Chefredakteur
Telefon: +49(0)421 3671 3200
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